In Deutschland war Jodmangel vor rund 20 Jahren kein großes Thema mehr. Doch die Situation hat sich geändert. Laut Studien des Robert Koch-Instituts ist die Jodversorgung in den letzten zehn Jahren wieder schlechter geworden.
Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das der Körper benötigt und über die Nahrung aufnehmen muss. Eine der Hauptquellen für Jod ist jodiertes Speisesalz. In den 1980er-Jahren wurde jodiertes Salz in Deutschland eingeführt, um Jodmangel zu verhindern. Zu Beginn der 2000er-Jahre schien das Problem weitgehend gelöst.
Heute jedoch verwenden immer weniger Menschen jodiertes Speisesalz. Auch die Lebensmittelindustrie setzt zunehmend weniger jodiertes Salz ein. Dies könnte laut Experten, wie dem Endokrinologen Joachim Feldkamp von der Uniklinik Bielefeld, mit den Kosten zusammenhängen. "Die Verbraucher haben oft ein geringeres Bewusstsein für die Notwendigkeit von Jod und die gesundheitlichen Folgen", erklärt Feldkamp.
Einige Menschen verzichtet sogar auf Jodsalz, weil sie ihre Lebensmittel möglichst natürlich halten wollen. Dies kann jedoch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Experten empfehlen, dass die meisten Menschen zusätzlich 100 Mikrogramm Jod pro Tag in Form von Tabletten zu sich nehmen sollten. So können sie mit wenig Aufwand gesundheitliche Schäden vermeiden.
Eine Überversorgung mit Jod ist unter normalen Lebensumständen und bei einer ausgewogenen Ernährung kaum möglich. Laut Feldkamp sind nur einige Algensorten und bestimmte Röntgenkontrastmittel so jodreich, dass sie zu Funktionsstörungen der Schilddrüse führen können.
Die Jodversorgung ist also ein wichtiges Thema für die Gesundheit. Alle sollten darauf achten, genügend Jod zu sich zu nehmen, um ihre Gesundheit zu schützen.
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